Mikronährstoffe – Kleine Bausteine mit großer Wirkung für Ihre Gesundheit
- lroecker15
- 29. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Feb.
Mikronährstoffe sind essenzielle Bestandteile unserer Ernährung, die unser Körper für eine optimale Funktion benötigt. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die eine zentrale Rolle für das Immunsystem, den Energiestoffwechsel, die mentale Leistungsfähigkeit und die Prävention chronischer Erkrankungen spielen. Doch welche Mikronährstoffe sind besonders wichtig und wie beeinflussen sie unsere Gesundheit?

1. Mikronährstoffe für ein starkes Immunsystem
Ein gut funktionierendes Immunsystem ist unser natürlicher Schutzschild gegen Infektionen und Krankheiten. Bestimmte Mikronährstoffe tragen dazu bei, die Abwehrkräfte zu stärken und Entzündungen zu reduzieren.
Vitamin C – Der Immunbooster
Vitamin C ist bekannt für seine antioxidativen Eigenschaften und unterstützt das Immunsystem auf mehreren Ebenen. Es fördert die Produktion von weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger bekämpfen, und trägt zur schnelleren Wundheilung bei. Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C die Dauer und Schwere von Erkältungen verringern kann.
Vitamin D – Der Schutzschild gegen Infektionen
Vitamin D reguliert das Immunsystem und hilft, überschießende Entzündungsreaktionen zu vermeiden. Ein Mangel kann das Risiko für Infekte und Autoimmunerkrankungen erhöhen. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung geringer ist, kann eine gezielte Vitamin-D-Supplementierung sinnvoll sein.
Zink & Selen – Die Immunhelfer
Zink und Selen spielen eine essenzielle Rolle in der Immunabwehr und wirken entzündungshemmend. Zink hemmt die Vermehrung von Viren und Selen schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Insbesondere während Infekten kann eine ausreichende Versorgung mit diesen Spurenelementen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

2. Mikronährstoffe für Herz-Kreislauf-Gesundheit
Unsere Herzgesundheit wird maßgeblich von unserer Ernährung beeinflusst. Bestimmte Mikronährstoffe haben sich als schützend für das Herz-Kreislauf-System erwiesen.
Omega-3-Fettsäuren – Schutz für das Herz
Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und tragen zur Senkung des Blutdrucks und Cholesterinspiegels bei. Eine Metaanalyse zeigte, dass Omega-3-Supplementation mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Ereignisse verbunden ist.
Coenzym Q10 – Energie für das Herz
Coenzym Q10 ist entscheidend für die Energieproduktion in den Mitochondrien und spielt eine Rolle bei der Regulation des Blutdrucks. Es wurde festgestellt, dass eine Supplementierung bei Patienten mit Herzinsuffizienz positive Effekte hat.
Magnesium – Der natürliche Blutdrucksenker
Magnesium hilft, die Gefäße zu entspannen, reguliert den Blutdruck und unterstützt die Herzfunktion. Ein Mangel wird mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht.

3. Mikronährstoffe für mentale Gesundheit und Stressabbau
Die Nährstoffversorgung beeinflusst nicht nur unsere körperliche, sondern auch unsere mentale Gesundheit.
B-Vitamine – Natürlich gegen Angst
B-Vitamine sind essenziell für das Nervensystem, die Stressbewältigung und die Produktion wichtiger Neurotransmitter. Vitamin B6 unterstützt die Bildung von Serotonin und GABA, während Vitamin B1 das Nervensystem stabilisiert und die Stressresistenz erhöht.
Selen & Kupfer – Einfluss auf die Stimmung
Eine unausgewogene Zufuhr von Spurenelementen wie Selen und Kupfer kann mit einem erhöhten Risiko für Depressionen in Verbindung gebracht werden. Eine bewusste Ernährung kann hier präventiv wirken.
Tryptophan – Die Vorstufe für Serotonin
Die Aminosäure Tryptophan ist essenziell für die Produktion von Serotonin, dem „Glückshormon“. Lebensmittel wie Bananen, Nüsse und Haferflocken sind natürliche Quellen für Tryptophan.

4. Mikronährstoffe für starke Knochen und Gelenke
Vitamin D, Calcium und Bor – Das Trio für starke Knochen
Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium im Darm und trägt zur Knochengesundheit bei. Ein Mangel kann zu Osteoporose führen und das Frakturrisiko erhöhen.
Vitamin K – Der Knochenstabilisator
Vitamin K ist essenziell für die Knochenmineralisierung und schützt vor Knochenschwund. Besonders grüne Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl sind reich an Vitamin K.
Magnesium & Zink – Unterstützung für die Gelenke
Magnesium und Zink fördern die Knochendichte und helfen, Gelenkentzündungen zu reduzieren. Sie spielen eine Rolle bei der Prävention von Osteoporose und rheumatischen Erkrankungen.

5. Mikronährstoffe für eine gute Schilddrüsenfunktion
Die Schilddrüse steuert zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper und benötigt bestimmte Mikronährstoffe, um Hormone zu produzieren und zu regulieren. Eine ausgewogene Versorgung mit diesen Nährstoffen unterstützt eine gesunde Schilddrüsenfunktion und kann Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Gewichtsschwankungen vorbeugen.
Selen – Schutz für die Schilddrüse
Selen ist essenziell für die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen in ihre aktive Form. Es wirkt zudem antioxidativ und schützt die Schilddrüse vor Entzündungen und Autoimmunreaktionen.
Jod – Der Schlüssel zur Hormonproduktion
Jod ist der zentrale Baustein für die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Eine ausreichende Jodzufuhr ist wichtig, da ein Mangel zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann.
Zink – Unterstützung für Hormonregulation
Zink ist an der Regulierung der Schilddrüsenhormone beteiligt und unterstützt das Immunsystem. Ein Mangel kann die Produktion und Freisetzung von T3 und T4 beeinträchtigen.
Eisen – Wichtig für den Energiestoffwechsel
Eisen ist entscheidend für die Sauerstoffversorgung der Zellen und unterstützt die Jodaufnahme in der Schilddrüse. Ein Eisenmangel kann die Schilddrüsenfunktion verlangsamen.
Tyrosin – Die Basis für Schilddrüsenhormone
Die Aminosäure Tyrosin ist ein Grundbaustein für die Synthese von Schilddrüsenhormonen. In Kombination mit Jod bildet sie das Ausgangsmaterial für T3 und T4.

5. Individuelle Mikronährstoffanalyse für Ihre Gesundheit
Jeder Mensch hat einen individuellen Nährstoffbedarf, der durch Faktoren wie Alter, Stress, Ernährungsgewohnheiten und bestehende Erkrankungen beeinflusst wird. Eine gezielte Laboranalyse hilft, Defizite frühzeitig zu erkennen und die Versorgung optimal anzupassen.
Besonders bei Mineralstoffen ist eine Messung im Vollblut sinnvoll, da sie primär in den Zellen gespeichert werden und nicht im Blutserum zirkulieren. Ein Mangel wird daher oft erst im Vollblut sichtbar. Auch bei B-Vitaminen ist eine genauere Analyse wichtig. Standardmäßig wird Vitamin B6 im Blutserum gemessen, doch dabei kann nicht zwischen der aktiven und inaktiven Form unterschieden werden. Ein Mangel lässt sich nur durch spezielle Bioaktivitätstests feststellen – im Serum kann der Wert hoch erscheinen, obwohl die Zellen nicht ausreichend mit aktivem Vitamin B6 versorgt sind.
In unserer Praxis setzen wir auf präzise Labordiagnostik, um Ihren Mikronährstoffstatus genau zu bestimmen und eine optimale Versorgung sicherzustellen.
Fazit: Die richtige Balance macht den Unterschied
Mikronährstoffe sind essenziell für unsere Gesundheit, doch eine Über- oder Unterversorgung kann problematisch sein. Eine gezielte Ernährung, ergänzt durch individuelle Labordiagnostik, ist der Schlüssel zu mehr Energie, besserer Immunabwehr und langfristigem Wohlbefinden.
Haben Sie Fragen zu Ihrer Mikronährstoffversorgung? Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis und lassen Sie Ihre Werte analysieren – für eine individuelle und gezielte Gesundheitsoptimierung.
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